Update: LightBurn wird jetzt offiziell unterstützt! Man benötigt zwingend LightBurn Pro 2.0 (1.7 oder früher geht NICHT) und die Gerätedefinition von Sculpfun, die man hier herunterladen kann. Siehe auch weiter unten im Text.

Sculpfun hat einen neuen Laser in die Produktpalette aufgenommen. Die Laserquellen bleiben weiterhin Dioden (10W 450nm Blau und 2W 1064nm Infrarot), als Mechanik wurde auf die Galvo-Technik umgestellt. Dadurch, dass bei einem Galvo-Laser nur kleine Spiegel anstatt der kompletten Mechanik bewegt werden müssen, sind diese Geräte um Größenordnungen schneller als klassische Diodenlaser. Der G9 verspricht Geschwindigkeiten von 5000 mm/s, das entspricht 300.000 mm/min in der klassischen Diodenlaser-Messart. Allerdings bedeuten höhere Geschwindigkeiten auch geringere Energieübertragung, daher bringt das nicht bei allen Materialien einen Vorteil (Schneiden geht nicht grundsätzlich schneller), siehe auch die Erklärungen zu Einstellungen. Bei Gravuren kann man aber trotzdem einen immensen Vorteil gegenüber herkömmlichen Mechaniken haben.
Der G9 unterstützt sowohl LightBurn als auch die hauseigene Software SGD Laser Maker. Letztere bietet aktuell noch die bessere Unterstützung für den G9, LightBurn funktioniert nur mit der neuen (noch beta) Version 1.7 und unterstützt noch nicht alle Funktionen des G9. Das würde ich im Moment nur als experimentelles Feature bezeichnen. SGD unterstützt alle Funktionen, ist aber selbst noch recht neu und enthält daher auch noch einige Bugs und Übersetzungsfehler. Ich denke, es wird noch ein paar Monate dauern, bis man die Software-Unterstützung als vollständig bezeichnen kann.
Offizielle Bilder





















Aufbau und Inbetriebnahme
Gemessene Stromaufnahme des G9:
| Aus (Netzteil eingesteckt) | 11 W |
| Ein (Standby) | 42 W |
| Blauer Laser 100% | 93 W |
| Roter Laser 100% | 77 W |
Das folgende Video zeigt den Aufbau des Lasers:
Die Benutzung des Rotary wird in diesem Video erklärt:
Und auch noch das Lasern mit der Erweiterungsschiene:
Wenn man sich fragt, wofür die schwarzen Blätter sind, die mitgeliefert werden, dabei handelt es sich um Kalibrierpapier, mit dem man die Einstellungen und Verzerrungen einfach einstellen kann. Das grundsätzliche Prozedere wird hier gezeigt:
Software
Die neueste Version der Steuersoftware kann hier heruntergeladen werden: https://drive.google.com/drive/folders/13lOoC9zgjKCIQHU2PznEgJGnRL66qgmD. Aktuell ist die Software noch in Entwicklung und enthält einige Bugs und umständliche Funktionen. In der Regel ist es am besten, das Design in einer anderen Software zu erstellen und als SVG in das SGD Tool zu laden und dort nur die Laser-Einstellungen vorzunehmen.
Ein Video zur grundsätzlichen Benutzung von SGD findet sich hier:

Ich würde zusätzlich empfehlen, das erste Material in der Datenbank in NONE oder vergleichbares umzubenennen und auf 0 oder 1% Power einzustellen. SGD lädt ständig den ersten Layer für neue Objekte und so verhindert man, dass man sein Objekt mit falschen Einstellungen zerstört (Standard ist, dass mit 60% gelasert wird).

Bilder mit SGD Lasern
Wenn man mit SGD Bilder lasern möchte, gibt es verschiedene Optionen, die man auch aus anderen Tools kennt. Es bietet unter anderem einen Graustufen- und einen Dithering-Algorithmus an. Was genau der Original-Modus macht, weiß ich noch nicht. Hier nur kurz ein paar Worte zu den wichtigsten Einstellungen.


Folgende Punkte sind dabei besonders relevant:
- Image Processing
- Original Image – Pass Through-Modus
- Gray – Graustufen-Algorithmus
- Dithering – Dithering-Algorithmus
- Accuracy
- Hier lässt sich zwischen drei Qualitätsstufen wechseln, wenn ich die tatsächlichen DPI-Werte bekommen habe, werde ich sie hier auflisten
- Speed – Je nach Algorithmus stehen hier zwei Optionen zur Auswahl
- Graustufen: mm/s. Beim Graustufen-Algorithmus wird die Helligkeit des Pixels auf einen von 256 Werten abgebildet und daraus die Energie bestimmt. Wenn man also 50% Leistung eingestellt hat, ist ein schwarzer Pixel der Wert 256 und wird mit 50% der Laserleistung gelasert, ein weißer Pixel entspricht 0 und es wird kein Pixel ausgegeben. Dazwischen wird linear interpoliert.
- Dithering: Dotting time. Hierbei wird die Verweildauer pro Pixel angegeben. Je länger auf einem Pixel verweilt wird, desto mehr Energie bekommt das Material ab. Daher bedeutet hier ein höherer Wert einen dunkleren Pixel. Bei Dithering gibt es keine Abstufungen, nur 0 oder 1. Die Geschwindigkeit ergibt sich dann aus der Anzahl der hellen Pixel pro Zeile und unterscheidet sich damit zwischen Bildern und einzelnen Zeilen des Bildes.
LightBurn
LightBurn Pro 2.0 ist Mindestvoraussetzung! Inzwischen wird der G9 offiziell unterstützt. Es kann aber trotzdem noch hier und da Bugs geben.
Man benötigt zwei Profile, wenn man die perfekte Kalibrierung für jede Diode nutzen will!
Mit folgenden Einstellungen sollte der Laser in LightBurn konfiguriert werden. Zusätzlich ist hier mein Device-Profil, das diese Einstellungen enthalten sollte: Download Device Profile.
Update: es gibt jetzt auch ein offizielles Device Profile.


Mit diesen Einstellungen lässt sich der Wiederholungs-Button an der Geräteseite zum Start des Vorgangs nutzen, der Türsensor funktioniert und man kann beide Laser (Blau/Infrarot) benutzen. Auch die LED-Leiste funktioniert und das Fokussieren auch. Allerdings scheint die Power / Leistungseingabe nicht zu funktionieren, der Laser lasert immer mit 1% Leistung oder ähnlich. Erst, wenn man mit SGD (kann man gleichzeitig starten) eine höhere Leistung einstellt, wird die auch in LightBurn genutzt. Somit ist es aktuell noch recht unbrauchbar. [Update: Das Problem soll behoben sein, bei mir scheint es zu funktionieren. Ich werde dazu noch weiter testen.]

Kalibrierung der Laser
Jeder G9 wird werkseitig kalibriert. Dies geschieht individuell und ist für jedes Gerät unterschiedlich. Die Parameter werden in der Firmware gespeichert. Die SGD-Software kann diese Parameter lesen und ist daher von Anfang an korrekt konfiguriert.
Die Profile für LightBurn sind generisch! Man muss die Kalibrierungsparameter noch übertragen! Dazu kann man die Kalibrierung manuell durchführen oder, was schneller geht, die Parameter mit SGD auslesen und übertragen.
Wähle in der SGD-Software „Advanced“ -> „Area“. Das Passwort lautet „sculpfun001“. Hier findet man eine Übersicht über die Parameter. Unter „Geräteinformationen“ muss man zwischen den beiden Objektiven wechseln, um auf alle Werte zugreifen zu können. Meine Werte sind hier als Beispiel aufgeführt (sie werden jedoch für jeden Laser leicht unterschiedlich sein!):




Gehe in LightBurn zu den Geräteeinstellungen (man muss für jede Diode ein separates Profil erstellen) und lege dort die entsprechenden Werte fest.
Add-ons
Ich habe eine Schablone erstellt, mit der man einfache Objekte wie Stifte im G9 platzieren kann. Man kann auch sehr leicht eigene Halterungen erstellen und auf der Grundplatte anbringen. Download (LightBurn-Datei)


Ergebnisse
Hier eine kleine Sammlung von Tests, die ich mit dem G9 durchgeführt habe. Viel mehr Beispiele findet man in den offiziellen Facebook-Gruppen zu Sculpfun und dem G9.









Wartung
Hier sind ein paar Videos, die die (De-)Montage des G9 zeigen:

