Der SCULPFUN G20 ist ein kompakter Faserlaser mit 20 W Laserleistung und Galvo-Scanner. Das Gerät wurde vor allem für die präzise Bearbeitung von Metallen entwickelt. Es eignet sich unter anderem zum Markieren, Gravieren, Tiefengravieren und – abhängig vom Material und den Einstellungen – zum Schneiden dünner Metallteile.
Mit einem maximalen Arbeitsbereich von 150 × 150 mm, einer beworbenen Geschwindigkeit von bis zu 10.000 mm/s und einer Laserpunktgröße von etwa 0,01 mm richtet sich der G20 sowohl an ambitionierte Einsteiger als auch an kleinere Werkstätten und professionelle Anwender.
Hinweis: Der SCULPFUN G20 ist kein Diodenlaser. Aufgrund der Faserlaser-Technik gelten andere Anwendungsmöglichkeiten, Sicherheitsanforderungen und Materialgrenzen als bei Geräten wie dem SCULPFUN V5 oder E1.

Hinweis: Es gibt ein neues Wiki von Sculpfun, dort finden sich weitere Anleitungen und Tipps für die aktuellen Lasermodelle: https://wiki.sculpfun.com/
Kurzüberblick
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Lasertyp | Faserlaser |
| Laserleistung | 20 W |
| Wellenlänge | 1064 nm |
| Scansystem | Galvo-Scanner |
| Standard-Arbeitsbereich | 150 × 150 mm |
| Erweiterter Arbeitsbereich | 350 × 150 mm mit Slide Extension Kit |
| Maximale Geschwindigkeit | bis zu 10.000 mm/s |
| Laserpunktgröße | ca. 0,01 mm |
| Fokusverstellung | Elektrische Höhenverstellung |
| Software | SGD Laser, LightBurn Pro |
| Verbindung | USB und WLAN über App |
| Gerätegröße | 330 × 250 × 418 mm |
| Gewicht | ca. 6,9 kg |
| Angegebene Lebensdauer | über 100.000 Stunden |
Offizielle Bilder


















Was ist ein Galvo-Faserlaser?
Bei einem herkömmlichen Gantry-Laser wird der Laserkopf mechanisch über die Arbeitsfläche bewegt. Ein Galvo-Laser lenkt den Laserstrahl dagegen über bewegliche Spiegel. Dadurch kann der Strahl sehr schnell über das Werkstück geführt werden.
Das führt beim G20 zu:
- sehr hohen Markiergeschwindigkeiten,
- präzisen feinen Linien und kleinen Schriften,
- einer kompakten Bauweise,
- einem festen Arbeitsbereich ohne klassische XY-Portalbewegung.
Der Nachteil eines Galvo-Systems ist, dass die Arbeitsfläche konstruktionsbedingt begrenzt ist. Größere Werkstücke benötigen daher ein Erweiterungsmodul oder eine andere Positionierung.
Geeignete Materialien
Gravieren und Markieren
Als Faserlaser kann der G20 unter anderem folgende Materialien bearbeiten:
- Edelstahl
- Aluminium
- Messing
- Titan
- Gold
- Silber
- Platin
- Leder
- Schiefer
- Kunststoff
- Gummi
- dunkles Glas
- schwarzes Acryl
- farbige Fliesen
Besonders gut geeignet ist der G20 für dauerhafte Markierungen auf Metall. Typische Anwendungen sind Namen, Logos, Seriennummern, QR-Codes, Typenschilder, Schmuck und personalisierte Produkte.
Farbig markieren
Eine Besonderheit des G20 ist die Möglichkeit, bestimmte Metalle farbig zu markieren. Insbesondere:
- Edelstahl
- Titan
Die Farbe entsteht nicht durch Farbe oder Beschichtung, sondern durch eine kontrollierte Veränderung der Oberfläche. Das Ergebnis hängt stark von Materiallegierung, Laserfrequenz, Leistung, Geschwindigkeit und Durchlaufanzahl ab. Auch die Umgebungstemperatur spielt eine Rolle, so dass in der Regel eine Menge Testen erforderlich ist, bis es perfekt aussieht. Aber hier schon mal ein Beispiel, dass ich erstellt habe:

Besonders einfach wird das mit der Funktion „Colorful Engraving“ der SGD Lasersoftware. Eine detaillierte Beschreibung findet sich im Sculpfun-Wiki unter G20 Color Engraving. Hier noch ein paar Bilder vom Prozess:



Schneiden
Der Hersteller nennt als mögliche Schneidmaterialien: Messing, Edelstahl und Aluminium.Die praktische Schneidfähigkeit hängt stark von der Stärke des Materials ab. Bei einem 20-W-Faserlaser sind Materialstärke, Legierung und Wärmeableitung entscheidend. Für dickere Metallteile ist der G20 nicht mit industriellen Schneidanlagen vergleichbar.
Arbeitsbereich und Erweiterungen
Der Standardarbeitsbereich beträgt 150 × 150 mm. Für größere Motive kann der optionale Slide Extension Kit eingesetzt werden. Damit ist ein Bereich von bis zu 350 × 150 mm möglich.
Software
Der G20 kann mit SGD‑Laser von Sculpfun oder LightBurn benutzt werden. Auf dem beigelegten Stick finden sich die Anleitung, einige Beispieldateien, die Kalibrierungsparameter sowie empfohlene Parameterlisten.

SGD Laser
SGD Laser ist die hauseigene Software und soll einen einfachen Einstieg ermöglichen. Sie eignet sich primär für grundlegende Markier- und Gravuraufgaben. Die Nutzung ist am Anfang aus meiner Sicht gewöhnungsbedürftig, aber erschließt sich insgesamt recht gut. Leider ist die Nutzbarkeit teilweise noch eingeschränkt. Insbesondere das Arbeiten mit Ebenen und unterschiedlichen Parametern ist etwas frickelig.
Es gibt auch noch eine mobile App von Sculpfun. Da ich aber in der Regel keine drahtlosen Steuertools nutze, habe ich diese aktuell nicht weiter getestet.
LightBurn Pro
Der G20 ist außerdem mit LightBurn Pro kompatibel. LightBurn bietet umfangreichere Möglichkeiten für Layout, Ebenen, Text, Vektorgrafiken und die Verwaltung von Laserparametern. Allerdings fehlen dann auch die Spezialfunktionen wie 3D‑Reliefs oder Farbgravur, welche allerdings auch mit LB-Boardmitteln nachgebildet werden können, wenn auch nicht so komfortabel. Hier hat SGD doch noch einige Vorteile.
Um den Laser in LB hinzuzufügen, sollte man zunächst die Device-Konfiguration herunterladen (das ist meine Konfiguration). Diese Konfiguration ist noch nicht fertig, man muss noch die Kalibrierungsparameter übertragen! Die kann man entweder aus SGD Laser auslesen (sind auch im Gerät gespeichert), oder man nutzt die Daten vom USB-Stick. Vermutlich sind meine Parameter nicht ganz daneben, aber exakt gleich sollten sie bei anderen Geräten nicht sein.




Zubehör
Rotary-Aufsatz
Mit dem RA Pro Max Rotary können zylindrische Gegenstände wie Becher, Ringe oder andere runde Metallteile bearbeitet werden. Der Anschluss erfolgt ganz einfach über den Extension-Port.
Slide Extension Kit
Das Slide Extension Kit erweitert den Arbeitsbereich auf bis zu 350 × 150 mm. Es ist insbesondere für längere Schilder, größere Logos und durchgehende Muster interessant. Der Anschluss erfolgt auch hier über den Extension-Port.
Sicherheit
Der G20 arbeitet mit einem unsichtbaren Infrarotlaser bei 1064 nm. Diese Strahlung kann für das menschliche Auge besonders gefährlich sein, weil der natürliche Lidschlussreflex nicht zuverlässig schützt.
Folgendes sollte sichergestellt werden:
- Laser niemals ohne geeignete Schutzmaßnahmen betreiben.
- Nur eine für 1064 nm geeignete Laserschutzbrille verwenden.
- Reflektierende Metalloberflächen besonders vorsichtig behandeln.
- Während des Betriebs nicht in den Arbeitsbereich greifen.
- Schmuck, Werkzeuge und andere reflektierende Gegenstände entfernen.
- Für ausreichende Absaugung sorgen.
- Den Arbeitsbereich gegen unbefugten Zugriff sichern.
- Not-Aus- und Sicherheitseinrichtungen prüfen.
- Keine unbekannten Kunststoffe oder beschichteten Materialien ohne vorherige Recherche bearbeiten.
Stärken und mögliche Einschränkungen
Mögliche Stärken
- hohe Markiergeschwindigkeit durch Galvo-Technik,
- sehr feine Laserpunktgröße,
- besonders für Metall geeignet,
- kompakter und vergleichsweise leichter Aufbau,
- elektrische Höhenverstellung,
- Unterstützung von SGD Laser und LightBurn,
- Farbanlassungen auf Edelstahl und Titan,
- optionale Rotary- und Arbeitsbereichserweiterungen.
Mögliche Einschränkungen
- begrenzter Standard-Arbeitsbereich von 150 × 150 mm,
- Faserlaser sind für viele typische Holz- und Sperrholzanwendungen ungeeignet,
- stark reflektierende Materialien erfordern besondere Vorsicht,
- Farbergebnisse sind material- und parameterabhängig,
- Schneidfähigkeit ist nicht mit einem industriellen Faserlaser vergleichbar,
- Professionelle Softwarefunktionen können zusätzliche Einarbeitung erfordern.
Geeignete Anwendungsbereiche
Der G20 eignet sich insbesondere für:
- Typenschilder
- Seriennummern
- QR-Codes
- Logos
- Schmuck
- personalisierte Metallprodukte
- Werkzeuge und Bauteile
- Edelstahlkarten
- Metallanhänger
- Ringe und Trinkgefäße mit Rotary
- farbige Markierungen auf Titan und Edelstahl
- kleine Relief- und Tiefengravuren

